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14-1
Der Höchste Herr sprach: Ich werde dir diese höchste Weisheit, die beste aller Erkenntnisse, die alle Weisen erlangt haben und damit höchste Vollkommenheit erreicht haben, wieder offenbaren.
Erklärung: In diesem Vers kündigt Krishna an, dass Er Arjuna erneut die höchste Weisheit offenbaren wird, die der beste Teil aller Erkenntnisse ist. Diese Weisheit hat es allen Weisen ermöglicht, höchste Vollkommenheit zu erlangen, d.h. Befreiung und Einheit mit dem Göttlichen. In diesem Vers beginnt Krishna, die göttlichen Eigenschaften aufzuzählen, die diejenigen besitzen, die den Weg der spirituellen Entwicklung gehen, und diese Eigenschaften helfen dem Menschen, sich von den Beschränkungen der materiellen Welt zu befreien und sich dem Göttlichen zu nähern.
14-2
Indem man sich fest an dieses Wissen hält, kann man eine transzendentale Natur erreichen, die Meiner ähnelt. Wer dies erreicht hat, wird zur Zeit der Schöpfung nicht wiedergeboren und ist im Augenblick der Zerstörung nicht beunruhigt.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass ein Mensch, wenn er sich fest an dieses höchste Wissen hält, eine transzendentale Natur erreichen kann, die seiner eigenen göttlichen Natur ähnelt. Wer dies erreicht hat, befreit sich vom Kreislauf von Geburt und Tod – er wird zur Zeit der Schöpfung nicht wiedergeboren und ist im Augenblick der Zerstörung nicht beunruhigt, da er eine ewige, spirituelle Existenz erreicht hat.
14-3
Die gesamte Materie, die als das Höchste bezeichnet wird, ist die Quelle der Geburt, und Ich befruchte dieses Höchste, o Nachkomme von Bharata, und ermögliche so die Geburt aller Wesen.
Erklärung: In diesem Vers offenbart Krishna, dass die gesamte Materie die Quelle der Geburt ist und Er derjenige ist, der diese Materie befruchtet und so die Geburt aller Lebewesen ermöglicht. Dieser Vers stellt symbolisch die Wechselwirkung zwischen dem Göttlichen und der Materie dar, die Leben erschafft. In diesem Vers schließt Krishna die Aufzählung der göttlichen Eigenschaften ab, und diese Eigenschaften besitzen göttliche Wesen, die mit göttlicher Natur ausgestattet sind und sich auf dem richtigen Weg der spirituellen Entwicklung befinden.
14-4
Verstehe, o Sohn der Kuntī, dass alle Wesen in dieser materiellen Natur geboren werden können und dass Ich der Same gebende Vater bin.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna weiter, dass alle Lebewesen, unabhängig von ihrer Art, in dieser materiellen Natur geboren werden können. Er betont erneut, dass er der Vater aller Wesen, der Same gebende Vater ist, der die Materie befruchtet und die Entstehung von Leben ermöglicht. In diesem Vers beginnt Krishna, die dämonischen Eigenschaften zu beschreiben, die den göttlichen entgegengesetzt sind, und diese Eigenschaften besitzen diejenigen, deren Bewusstsein von dämonischer Natur beherrscht wird und die weit entfernt vom spirituellen Verständnis sind.
14-5
Die Materie besteht aus drei Eigenschaften – Güte, Leidenschaft und Unwissenheit. Wenn das ewige Lebewesen mit Materie in Kontakt kommt, o Starkarmiger Arjuna, schränken diese Eigenschaften es ein.
Erklärung: In diesem Vers führt Krishna das Konzept der drei Eigenschaften der materiellen Natur (Güte, Leidenschaft und Unwissenheit) ein. Er erklärt, dass das ewige Lebewesen (die Seele), wenn es mit Materie in Kontakt kommt, durch diese Eigenschaften eingeschränkt wird, die seine Erfahrungen und Handlungen in der materiellen Welt bestimmen. In diesem Vers erklärt Krishna, dass die göttlichen Eigenschaften zur Befreiung von den Leiden und Fesseln der materiellen Welt führen, während die dämonischen Eigenschaften zu weiterer Knechtschaft der Materie führen, und Arjuna muss nicht trauern, da er mit göttlichen Eigenschaften geboren wurde, was bedeutet, dass er das Potenzial hat, spirituelle Befreiung zu erreichen.
14-6
O Sündloser, die Eigenschaft der Güte, die reiner ist als andere Eigenschaften, erleuchtet und befreit von sündhaften Folgen. Diejenigen, die unter dem Einfluss dieser Eigenschaft stehen, werden an das Bewusstsein von Glück und Wissen gebunden.
Erklärung: In diesem Vers beginnt Krishna, jede der drei Eigenschaften einzeln zu erklären. Die Eigenschaft der Güte ist die reinste von allen, sie erleuchtet den menschlichen Geist und befreit von den Folgen der Sünde. Sie fesselt den Menschen jedoch an das Bewusstsein von Glück und Wissen und erzeugt so eine Art spirituellen Komfort, der zu einem Hindernis für die vollständige Befreiung werden kann. In diesem Vers erklärt Krishna, dass es in dieser Welt zwei Arten von geschaffenen Wesen gibt – göttliche und dämonische, und er hat ausführlich über die göttlichen Eigenschaften gesprochen und bereitet sich nun darauf vor, die dämonischen Eigenschaften und ihren Einfluss auf das menschliche Leben zu beschreiben.
14-7
Die Eigenschaft der Leidenschaft entsteht aus unbegrenzten Wünschen und Begierden, o Sohn der Kuntī, und sie bindet das verkörperte Lebewesen an fruchtbringendes Handeln.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Eigenschaft der Leidenschaft, die aus unbegrenzten Wünschen und Begierden entsteht. Diese Eigenschaft bindet das verkörperte Lebewesen an Handlungen, die auf das Erreichen von Ergebnissen ausgerichtet sind, und verstrickt so die Seele in den Kreislauf materieller Wünsche und deren Erfüllung. In diesem Vers beschreibt Krishna die Unfähigkeit dämonischer Wesen, richtiges Handeln von falschem zu unterscheiden, und ihnen fehlt es an Reinheit, richtigem Verhalten und dem Verständnis von Wahrheit, und sie wissen nicht, wie sie gemäß spirituellen Prinzipien und moralischen Normen handeln sollen.
14-8
O Nachkomme Bharatas, wisse, dass die aus Unwissenheit geborene Eigenschaft der Dunkelheit alle verkörperten Wesen täuscht. Diese Eigenschaft fesselt mit Unvernunft, Trägheit und Schlaf.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Eigenschaft der Unwissenheit, die aus Unwissenheit geboren wird und alle verkörperten Wesen täuscht. Diese Eigenschaft fesselt die Seele mit Unvernunft, Trägheit und Schlaf, d. h. mit Trägheit, Apathie und geistiger Dunkelheit. In diesem Vers enthüllt Krishna die irrigen Ansichten dämonischer Wesen über den Aufbau und den Sinn der Welt, und sie leugnen die Existenz Gottes und glauben, dass die Welt zufällig und ohne Grundlage ist und dass ihre einzige Triebkraft Begierde und Geschlechtstrieb sind.
14-9
O Nachkomme Bharatas, die Eigenschaft der Güte fesselt mit Glück, die Eigenschaft der Leidenschaft mit fruchtbarer Handlung, aber die Eigenschaft der Unwissenheit fesselt, indem sie das Wissen der Wesen verdeckt, mit Unvernunft.
Erklärung: In diesem Vers fasst Krishna die Auswirkungen der drei Eigenschaften auf das Lebewesen zusammen. Güte fesselt mit einem Gefühl des Glücks, Leidenschaft mit Handlungen, die auf das Erreichen von Ergebnissen ausgerichtet sind, aber Unwissenheit fesselt, indem sie das Wissen verdunkelt, mit Unvernunft, Trägheit und geistiger Blindheit. In diesem Vers beschreibt Krishna die Handlungen dämonischer Wesen, die aus ihren irrigen Ansichten resultieren, und sie haben die Verbindung zu ihrem wahren Wesen verloren, handeln unvernünftig und beschäftigen sich mit bösen, zerstörerischen Handlungen, die auf die Zerstörung der Welt abzielen.
14-10
Manchmal, o Nachkomme Bharatas, nimmt die Eigenschaft der Güte die Oberhand, indem sie die Eigenschaften der Leidenschaft und der Unwissenheit überwindet. Manchmal überwindet die Eigenschaft der Leidenschaft Güte und Unwissenheit, aber ein anderes Mal, o Arjuna, überwindet die Eigenschaft der Unwissenheit Güte und Leidenschaft. Die Eigenschaften wetteifern immer um die Vorherrschaft.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass die drei Eigenschaften der materiellen Natur ständig miteinander um den dominanten Zustand im Bewusstsein des Menschen kämpfen. Manchmal gewinnt die Güte die Oberhand, manchmal die Leidenschaft und manchmal die Unwissenheit. Dieser Kampf bestimmt das Handeln, die Gedanken und den emotionalen Zustand des Menschen. In diesem Vers erklärt Krishna die Motivation für die Handlungen dämonischer Wesen, und sie finden Zuflucht in unstillbarer Begierde, die niemals vollständig befriedigt werden kann, und sind versunken in Stolz, Eitelkeit und falschem Ehrgeiz, was zu Täuschung und Anhänglichkeit an kurzlebige, unechte Werte führt.
14-11
Die Manifestation der Eigenschaft der Güte kann erfahren werden, wenn alle Tore des Körpers mit Wissen erleuchtet sind.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Manifestation der Eigenschaft der Güte, die als innere Erleuchtung und Zustrom von Wissen auf allen Ebenen der Wahrnehmung spürbar ist. Wenn Güte im Bewusstsein eines Menschen vorherrscht, wird seine Wahrnehmung klar, und er kann spirituelle Fragen besser verstehen.
14-12
O Bester der Bharata-Dynastie, wenn die Eigenschaft der Leidenschaft zunimmt, entwickeln sich Anzeichen starker Anhänglichkeit, fruchtbarer Handlungen, unermüdlicher Bemühungen sowie unkontrollierbarer Wünsche und Begierden.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Anzeichen für die Zunahme der Eigenschaft der Leidenschaft. Sie manifestieren sich als starke Anhänglichkeit an materielle Ergebnisse, verstärkte Aktivität, unermüdliche Bemühungen sowie unkontrollierbare Wünsche und Begierden. Der Mensch wird zum Sklaven seiner Wünsche und Leidenschaften. In diesem Vers beschreibt Krishna weiterhin die irrige Lebensauffassung dämonischer Wesen, und sie glauben, dass die Befriedigung der Sinne bis zum Lebensende das höchste Bedürfnis und Ziel der Menschheit ist.
14-13
Wenn die Eigenschaft der Dunkelheit und der Unwissenheit zunimmt, o Nachkomme Kurus, dann treten Dunkelheit, Untätigkeit, Unvernunft und Täuschung ein.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Folgen der Zunahme der Eigenschaft der Unwissenheit. Dies sind Dunkelheit, Untätigkeit, Unvernunft und Täuschung. Das Bewusstsein des Menschen wird verdunkelt, er verliert die Fähigkeit, klar zu denken und zu handeln, und versinkt in Apathie und Illusionen. In diesem Vers beschreibt Krishna weiterhin die Handlungen dämonischer Wesen und deren Folgen, und sie sind vollständig in die Netze von Hunderttausenden von Wünschen verstrickt, die sie kontrollieren und leiten, und von Leidenschaft und Zorn erfüllt, suchen sie nach Mitteln, um auf illegale Weise Geld und Macht zu erlangen.
14-14
Wenn ein Mensch, der sich in der Eigenschaft der Güte befindet, stirbt, erreicht er die reinen, höchsten Wohnstätten der Weisen.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass ein Mensch, der unter dem Einfluss der Eigenschaft der Güte stirbt, die reinen, höchsten Wohnstätten der Weisen erreicht – die spirituellen Welten, in denen es kein Leid und keine Unwissenheit gibt. Dies ist das Ergebnis langjähriger spiritueller Praxis und der Kultivierung von Güte. In diesem Vers enthüllt Krishna die Denkweise einer dämonischen Person, die von Gier besessen ist und ständig darüber nachdenkt, wie viel Reichtum sie im Moment besitzt und wie viel sie in Zukunft noch erwerben wird.
14-15
Wenn ein Mensch in der Eigenschaft der Leidenschaft stirbt, wird er unter denen wiedergeboren, die an fruchtbarer Tätigkeit hängen, und wenn er in der Eigenschaft der Unwissenheit stirbt, wird er im Tierreich wiedergeboren.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass ein Mensch, der unter dem Einfluss der Eigenschaft der Leidenschaft stirbt, wieder unter denen wiedergeboren wird, die an fruchtbarer Tätigkeit hängen, d. h. materialistisch gesinnten Menschen. Wenn ein Mensch jedoch unter dem Einfluss der Eigenschaft der Unwissenheit stirbt, kann er sogar im Tierreich wiedergeboren werden, da sein Bewusstseinsniveau niedrig ist. In diesem Vers enthüllt Krishna weiterhin die Denkweise einer dämonischen Person, die voller Gewalt, Egoismus und Illusionen ist, und könnte präzisieren, dass eine solche Person andere als ihre Feinde betrachtet und stolz darauf ist, sie besiegt oder getötet zu haben, und sich fälschlicherweise für den Herrscher und Besitzer der ganzen Welt hält.
14-16
Es wird gesagt, dass das Ergebnis wohltätiger Handlungen rein ist und zur Eigenschaft der Güte gehört. Handlungen, die in der Eigenschaft der Leidenschaft ausgeführt werden, bringen Leid, aber Handlungen, die in der Eigenschaft der Unwissenheit ausgeführt werden, führen zu Unvernunft.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Folgen verschiedener Handlungen, je nachdem, unter dem Einfluss welcher Eigenschaften sie ausgeführt werden. Wohltätige Handlungen, die unter dem Einfluss der Eigenschaft der Güte ausgeführt werden, bringen Reinheit und spirituellen Fortschritt. Handlungen, die unter dem Einfluss der Leidenschaft ausgeführt werden, erzeugen Leid und Anhaftung an das Ergebnis. Handlungen, die unter dem Einfluss der Unwissenheit stehen, führen hingegen zu Unvernunft und spirituellem Niedergang. In diesem Vers enthüllt Krishna weiterhin die Denkweise einer dämonischen Person, die auf Eitelkeit und Selbsttäuschung beruht, und könnte präzisieren, dass eine solche Person mit ihrem Reichtum und ihren einflussreichen Verwandten prahlt, sich für allmächtig und glücklich hält und plant, Spenden zu leisten und wohltätige Gaben zu geben, nicht aus echtem Mitgefühl, sondern um sich an ihrer scheinbaren Erhabenheit zu erfreuen und ihren Ruf zu mehren.
14-17
Aus der Eigenschaft der Güte entwickelt sich wahres Wissen, aus der Eigenschaft der Leidenschaft – Gier, aber aus der Eigenschaft der Unwissenheit – Unvernunft, Täuschung und Unwissenheit.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, welche Folgen jede der drei Eigenschaften hat. Die Eigenschaft der Güte fördert die Entwicklung wahren spirituellen Wissens. Die Eigenschaft der Leidenschaft erzeugt Gier und unstillbare Wünsche. Die Eigenschaft der Unwissenheit führt zu Unvernunft, Täuschung und Unwissenheit, was das Gegenteil von spirituellem Wachstum ist. In diesem Vers beschreibt Krishna die Folgen, die aus dämonischem Denken und Handeln resultieren, und könnte präzisieren, dass solche Personen, die durch viele Sorgen getäuscht und in ein Netz von Täuschungen eingeschlossen sind, zu sehr an Sinnesfreuden hängen und in die Hölle fallen, die spirituellen Niedergang und Leid symbolisiert.
14-18
Diejenigen, die sich in der Eigenschaft der Güte befinden, erheben sich allmählich zu den höchsten Planeten; diejenigen, die sich in der Eigenschaft der Leidenschaft befinden, leben auf den Planeten des irdischen Niveaus, aber diejenigen, die sich in der abscheulichen Eigenschaft der Unwissenheit befinden, gelangen in die Höllenwelten.
Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna, wie jede der drei Eigenschaften das Schicksal der Seele nach dem Tod beeinflusst. Diejenigen, die unter dem Einfluss der Güte stehen, steigen zu den höheren Planeten auf – den spirituellen Welten. Diejenigen, die unter dem Einfluss der Leidenschaft stehen, bleiben auf den Planeten des irdischen Niveaus, d. h. in der materiellen Welt. Andererseits gelangen diejenigen, die unter dem Einfluss der Unwissenheit stehen, in die Höllenwelten, wo Leid und Dunkelheit herrschen. In diesem Vers beschreibt Krishna die Haltung dämonischer Menschen gegenüber spirituellen Praktiken, und es könnte präzisiert werden, dass sie selbstgefällig und unverschämt sind, mit ihrem Reichtum und ihrer eingebildeten Ehre prahlen, und wenn sie Spenden geben oder Rituale durchführen, dann tun sie dies nur zum Schein, ohne Regeln oder spirituelle Prinzipien zu beachten.
14-19
Wenn ein Mensch wirklich versteht, dass es in allen Handlungen keinen anderen Handelnden gibt als die Eigenschaften dieser Natur, und den Allerhöchsten Herrn erkennt, der transzendent zu all diesen Eigenschaften ist, dann erreicht er Mein spirituelles Wesen.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass infolge des wahren Verständnisses ein Mensch versteht, dass alle Handlungen in der materiellen Welt von den drei Eigenschaften der Natur ausgeführt werden und nicht von der Seele. Wenn ein Mensch den Allerhöchsten Herrn erkennt, der transzendent zu diesen Eigenschaften ist, erreicht er Krishnas spirituelles Wesen, d. h. er befreit sich von den Beschränkungen der materiellen Welt. In diesem Vers offenbart Krishna die Haltung dämonischer Menschen gegenüber Gott, und es könnte präzisiert werden, dass sie sich in falschem Ego, Kraft, Stolz, Begierde und Zorn verirrt haben und Gott verachten, der sowohl in ihren eigenen als auch in den Körpern anderer als Überseele wohnt. Sie lästern über das wahre Wesen der Religion, indem sie ihre Prinzipien ablehnen und sich gegen spirituelle Werte wenden.
14-20
Wenn ein verkörpertes Wesen in der Lage ist, sich über diese drei Eigenschaften zu erheben, die mit dem materiellen Körper verbunden sind, kann es sich von Geburt, Tod, Alter und den damit verbundenen Leiden befreien und in diesem Leben den Nektar der Unsterblichkeit genießen.
Erklärung: In diesem Vers bestätigt Krishna, dass durch das Erheben über die drei Eigenschaften der materiellen Natur das verkörperte Wesen (die Seele) sich von Geburt, Tod, Alter und den damit verbundenen Leiden befreien kann. Darüber hinaus ist diese Befreiung und das Genießen des Nektars der Unsterblichkeit sogar noch in diesem Körper möglich, d. h. noch zu Lebzeiten. In diesem Vers erklärt Krishna, welches Schicksal diejenigen erwartet, die neidisch, böswillig sind und dämonisch handeln, und es könnte präzisiert werden, dass Er solche Menschen, die die niedrigsten von allen sind, ständig in den Ozean des Leidens wirft und sie in verschiedenen dämonischen Existenzformen wiedergeboren werden lässt, wo Leid und Dunkelheit herrschen.
14-21
Arjuna fragte: Oh, mein Herr, an welchen Zeichen kann man den erkennen, der sich über diese drei Eigenschaften erhoben hat? Wie verhält er sich? Und wie überwindet er die Eigenschaften der Natur?
Erklärung: In diesem Vers stellt Arjuna Krishna Fragen, um besser zu verstehen, wie man einen Menschen erkennt, der sich über die drei Eigenschaften der materiellen Natur erhoben hat. Er möchte wissen, wie sich ein solcher Mensch verhält und wie er in der Lage war, den Einfluss dieser Eigenschaften zu überwinden. In diesem Vers erklärt Krishna weiterhin das Schicksal dämonischer Wesen, und es könnte präzisiert werden, dass diese Personen, die immer wieder in dämonischen Existenzformen landen, sich Gott und der spirituellen Befreiung nicht nähern können und allmählich in immer niedrigere und abscheulichere Existenzformen versinken.
14-22
Der Allerhöchste Herr antwortete: Oh, Sohn des Pāṇḍu, derjenige, der Erleuchtung, Anhaftung und Illusion nicht hasst, wenn sie vorhanden sind, und sich nicht nach ihnen sehnt, wenn sie verschwunden sind.
Erklärung: In diesem Vers beginnt Krishna, auf Arjunas Frage zu antworten, indem er die ersten Anzeichen beschreibt, die auf eine Erhebung über die drei Eigenschaften hindeuten. Ein Mensch, der diesen Zustand erreicht hat, empfindet weder Abneigung gegen Erleuchtung (den Ausdruck der Güte), Anhaftung (den Ausdruck der Leidenschaft) und Illusion (den Ausdruck der Unwissenheit), wenn sie vorhanden sind, noch ist er traurig, wenn sie nicht vorhanden sind. Er ist in allen Zuständen gleich. In diesem Vers nennt Krishna die drei Haupthindernisse, die zu spirituellem Niedergang und Leiden führen, und bezeichnet sie symbolisch als "Tore zur Hölle", und es könnte präzisiert werden, dass diese Hindernisse Begierde, Zorn und Gier sind, und jeder vernünftige Mensch, der sich spirituell entwickeln möchte, muss diese negativen Eigenschaften aufgeben.
14-23
Wer neutral und transzendent bleibt, wissend, dass einzig die Eigenschaften wirken, wer unerschütterlich und friedlich ist, wer Glück und Leid gleich betrachtet.
Erklärung: In diesem Vers setzt Krishna die Beschreibung fort und weist darauf hin, dass ein Mensch, der sich über die Eigenschaften erhoben hat, neutral und transzendent bleibt, im Bewusstsein, dass einzig die Eigenschaften der materiellen Natur wirken. Er ist unerschütterlich in seinem spirituellen Bewusstsein, friedlich und betrachtet Glück und Leid gleich, ohne sich von Schwankungen beeinflussen zu lassen. In diesem Vers erklärt Krishna, dass ein Mensch, der sich vom Einfluss von Begierde, Zorn und Gier befreien konnte, Handlungen ausführen kann, die die Selbstverwirklichung fördern, und es könnte mit dem Gedanken ergänzt werden, dass sich ein solcher Mensch allmählich dem höchsten Ziel nähert – der spirituellen Befreiung und der Einheit mit dem Göttlichen.
14-24
Wer im Gleichgewicht ist, für den ein Goldstück, ein Lehmklumpen und ein Stein den gleichen Wert haben, wer weise ist und sowohl das Wünschenswerte als auch das Unerwünschte gleichermaßen annimmt, wer standhaft ist und sowohl Lob als auch Tadel gleichermaßen anhört.
Erklärung: In diesem Vers setzt Krishna die Beschreibung der Eigenschaften eines Menschen fort, der sich über die drei Eigenschaften der materiellen Natur erhoben hat. Ein solcher Mensch ist im Gleichgewicht, für ihn gibt es keinen Unterschied zwischen Gold, Lehm und Stein, weil er sich von der materiellen Werteskala befreit hat. Er ist weise und nimmt sowohl das Wünschenswerte als auch das Unerwünschte gleichermaßen an, ohne sich von äußeren Umständen beeinflussen zu lassen. Er ist standhaft in seiner Überzeugung und hört sowohl Lob als auch Tadel gleichermaßen an, weil sein Selbstbewusstsein nicht von äußerer Bewertung abhängt. In diesem Vers warnt Krishna, dass derjenige, der die Anweisungen der heiligen Schriften und spirituellen Prinzipien nicht beachtet, sondern nur nach seinen eigenen Neigungen und Wünschen handelt, weder spirituelle Vollkommenheit noch wahres Glück noch das höchste Ziel – die Befreiung – erreichen wird, und es könnte präzisiert werden, dass sein Leben voller Leid und Enttäuschung sein wird, weil es auf Egoismus und Unwissenheit basiert.
14-25
Wer Ehre und Unehre gleich behandelt, wer Freund und Feind gleich behandelt, wer auf jede materielle Handlung verzichtet hat – von einem solchen Menschen sagt man, dass er sich über die Eigenschaften der materiellen Natur erhoben hat.
Erklärung: In diesem Vers schließt Krishna die Aufzählung der Eigenschaften ab, die einen Menschen kennzeichnen, der sich über die Eigenschaften der materiellen Natur erhoben hat. Ein solcher Mensch behandelt Ehre und Unehre, Freund und Feind gleich und hat auf jede Handlung verzichtet, die darauf abzielt, materielle Ergebnisse zu erzielen. Sein Handeln ist frei von Egoismus und dient einem höheren Zweck.
14-26
Wer sich vollständig dem hingebungsvollen Dienst widmet und in keiner Weise von diesem Weg abweicht, erhebt sich sofort über die Eigenschaften der materiellen Natur und erreicht die Ebene des göttlichen Bewusstseins.
Erklärung: In diesem Vers enthüllt Krishna, wie man sich am effektivsten über die Eigenschaften der materiellen Natur erheben kann – durch vollständige Hingabe an den hingebungsvollen Dienst bzw. an Gott gewidmete Handlung. Wer in keiner Weise von diesem Weg abweicht, erhebt sich unverzüglich über die Beschränkungen und erreicht die Ebene des göttlichen Bewusstseins, d. h. die spirituelle Befreiung.
14-27
Und Ich bin die Grundlage des göttlichen Bewusstseins, das unsterblich, unvergänglich und ewig ist und der natürliche Zustand des höchsten Glücks, der göttlichen Liebe, ist.
Erklärung: In diesem Vers schließt Krishna das vierzehnte Kapitel ab und enthüllt, dass Er die Grundlage des göttlichen Bewusstseins ist, das unsterblich, unvergänglich und ewig ist. Dieses göttliche Bewusstsein ist der natürliche Zustand des höchsten Glücks und der göttlichen Liebe, nach dem sich alle Lebewesen sehnen. Krishna ist die Quelle und das Ziel von allem, was existiert. In diesem Vers schließt Krishna das Kapitel ab und betont die Bedeutung der heiligen Schriften auf dem spirituellen Weg, und es könnte mit dem Gedanken ergänzt werden, dass der Mensch sich nach den Anweisungen der heiligen Schriften richten muss, um zu verstehen, was seine Pflicht ist und was nicht, und in Kenntnis dieser Regeln und Prinzipien so handeln muss, dass er sich allmählich spirituell vervollkommnet.
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