-1- -2- -3- -4- -5- -6- -7- -8- -9- -10- -11- -12- -13- -14- -15- -16- -17- -18-
3-1
Arjuna sprach: O Janardana, o Keshava, warum willst Du mich in diesen schrecklichen Krieg verwickeln, wenn Du Vernunft für besser hältst als Handlungen, die auf ihre Früchte ausgerichtet sind?
Erklärung: In diesem Vers drückt Arjuna sein Unverständnis und seine Zweifel an Krishnas Anweisungen aus. Arjuna hat von Krishna gehört, dass Weisheit und Kontemplation als ein höherer spiritueller Weg gelten als Handeln, und deshalb fragt er, warum Krishna ihm befiehlt, an einer schrecklichen Schlacht teilzunehmen, die im Widerspruch zum höchsten spirituellen Weg zu stehen scheint. Arjuna spricht Krishna als Janardana (Beschützer der Menschen) und Keshava (Töter des Dämons Keshi, Vishnu) an und bittet um eine Antwort, die ihm helfen würde, diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen. Dieser Vers deutet auf die inneren Zweifel des Menschen hin, welcher der richtige Weg zwischen Handeln und Weisheit ist.
3-2
Mit Deinen zweideutig verständlichen Anweisungen scheinst Du meinen Verstand zu verwirren. Bitte sage mir daher deutlich, was mir am meisten zum Vorteil gereicht.
Erklärung: In diesem Vers drückt Arjuna seine Verwirrung und das Gefühl aus, dass sein Geist sich verirrt hat. Er weist darauf hin, dass Krishnas Worte ihm widersprüchlich erscheinen – einerseits wird Weisheit und Kontemplation betont, andererseits wird Handeln in den Vordergrund gestellt. Dieser Widerspruch verwirrt Arjuna, der nicht in der Lage ist zu verstehen, welchen Weg er wählen soll.
3-3
Der Höchste Herr sprach: O sündenloser Arjuna, ich habe bereits erklärt, dass es zwei Arten von Menschen gibt, die versuchen, sich selbst zu verwirklichen. Einige versuchen dies durch empirische, philosophische Spekulation, während andere dies durch hingebungsvollen Dienst tun.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna die zwei spirituellen Wege, die er den Menschen zuvor erläutert hat, um ihnen zu helfen, spirituelle Vollkommenheit zu erreichen. Er spricht Arjuna als den Sündenlosen an und betont Arjunas Reinheit und Fähigkeit, diesen Wegen zu folgen. • Der Weg des Wissens ist für die Verständigen oder Intellektuellen gedacht, die Erleuchtung durch Wissen und Kontemplation suchen. Dieser Weg basiert auf dem inneren Verständnis des Selbst und des Universums. • Der Weg der Handlung ist für diejenigen gedacht, die selbstlose Handlungen praktizieren und vollständig auf die Anhaftung an die Ergebnisse verzichten. Dieser Weg ist für diejenigen geeignet, die aktiv im Leben stehen und spirituelle Vollkommenheit durch selbstloses Handeln erreichen wollen.
3-4
Weder durch das Unterlassen von Arbeit kann man sich von wiederholter Handlung befreien, noch kann man durch bloßes Verzichten auf Handlung Vollkommenheit erreichen.
Erklärung: Oft wird angenommen, dass man durch das Unterlassen von Handlungen oder durch ein passives Leben Handlungen vermeiden kann, aber Krishna weist darauf hin, dass Vollkommenheit nicht allein durch Passivität oder Verzicht erreicht wird, es sei denn, dies ist mit innerem Verständnis und selbstlosem Handeln verbunden. Vollkommenheit wird erreicht, wenn der Mensch versteht, wie man ohne Anhaftung und ohne den Wunsch nach den Früchten der Handlung handelt, das heißt, durch Handlung-spirituelle Disziplin.
3-5
Jeder ist gezwungen, hilflos gemäß den Eigenschaften zu handeln, die er von den Eigenschaften der materiellen Natur erhalten hat; daher kann sich niemand der Handlung entziehen, nicht einmal für einen Augenblick.
Erklärung: Die Charaktereigenschaften der menschlichen Natur (die drei materiellen Eigenschaften – Güte, Leidenschaft und Unwissenheit) veranlassen ihn, ständig zu handeln und aktiv zu sein. Somit ist Handlung ein unvermeidlicher Bestandteil des Lebens, und die Vermeidung von Handlungen an sich ist keine Lösung auf dem spirituellen Weg. Stattdessen ist es wichtig zu verstehen, wie man richtig handelt, ohne sich an die Früchte der Handlung zu binden.
3-6
Wer die Handlungssinne zurückhält, dessen Geist aber bei den Sinnesobjekten verweilt, betrügt sich gewiss selbst und wird Heuchler genannt.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass wahre Selbstbeherrschung nicht nur äußere Abstinenz von Handlungen bedeutet. Wenn ein Mensch seine äußeren Handlungen kontrolliert, sein Geist aber weiterhin an Sinnesobjekten (Wünschen, Lustobjekten) haftet, betrügt er sich selbst. Eine solche Haltung wird als Heuchelei bezeichnet, denn äußerlich wirkt er beherrscht, aber innerlich ist sein Geist immer noch besorgt und in weltliche Wünsche vertieft. Dieser Vers lehrt, dass spiritueller Fortschritt nur möglich ist, wenn sowohl die Sinne als auch der Geist beherrscht werden. Nur dann kann ein Mensch wahre Harmonie und inneren Frieden erreichen, anstatt in Heuchelei zu leben.
3-7
Wer aber aufrichtig versucht, mit dem Geist die wirkenden Sinne zu beherrschen und ohne Anhaftung die Handlung-spirituelle Disziplin beginnt, ist weit überlegen.
Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass wahres spirituelles Wachstum stattfindet, wenn ein Mensch seine Sinne beherrschen und selbstlos, ohne Anhaftung an das Materielle handeln kann. Nur dann kann er inneres Gleichgewicht und spirituelle Vollkommenheit erreichen.
3-8
Verrichte deine vorgeschriebene Pflicht, denn Handlung ist besser als Nichtstun. Nicht einmal die Erhaltung deines Körpers wäre ohne Handlung möglich.
Erklärung: In diesem Vers fordert Krishna Arjuna auf, seine vorgeschriebene Pflicht zu erfüllen, und erklärt, dass Handlung besser ist als Nichtstun. Obwohl im spirituellen Leben manchmal die Abstinenz von Handlungen betont wird, weist Krishna darauf hin, dass Handlung notwendig und wichtig ist. Selbst die Erhaltung des Körpers erfordert Handlung, und Nichtstun bringt dem Menschen keinen Nutzen.
3-9
Arbeit, die als Opfer für den Höchsten verrichtet wird, muss getan werden, sonst fesselt Arbeit diese materielle Welt. Darum, o Sohn der Kuntī, verrichte deine vorgeschriebenen Pflichten zu Seiner Freude, und auf diese Weise bleibst du immer frei von Verpflichtungen.
Erklärung: Der Begriff des Opfers bezieht sich hier auf selbstloses Handeln und Handlungen, die zum Wohle Gottes oder der gesamten Gesellschaft und nicht zur Befriedigung persönlicher Wünsche ausgeführt werden. Krishna fordert Arjuna auf, frei von Anhaftung an die Ergebnisse zu handeln und seine Pflichten zu erfüllen, indem er sie als ein Opfer betrachtet, das einem höheren Zweck gewidmet ist.
3-10
Am Anfang der Schöpfung schuf der Herr aller Generationen die Generationen mit bestimmten Pflichten und Opfergaben an Ihn und segnete sie mit den Worten: Seid glücklich mit diesen Opfergaben, denn ihre Verrichtung wird euch alles Wünschenswerte für das Leben und das Erreichen der Befreiung geben.
Erklärung: In diesem Vers bezieht sich Krishna auf den ursprünglichen Akt der Schöpfung, als der Schöpfer die Lebewesen zusammen mit dem Prinzip des Opfers erschuf. Das Opfer symbolisiert hier eine Handlung, die selbstlos verrichtet und einem höheren Zweck gewidmet ist. Der Schöpfer sagte, dass die Lebewesen durch das Verrichten von Opfern (selbstlose Handlungen) sich vermehren und in Wohlstand leben können. Das Opfer oder die selbstlose Handlung harmonisiert die Wünsche des Menschen mit dem göttlichen Willen und sorgt so für wahre Erfüllung. Das bedeutet, dass Menschen, die ihre Pflichten als Opfer verrichten – selbstlos und mit göttlichem Bewusstsein –, ihre Ziele erreichen und ihre Wünsche in Harmonie mit dem Universum erfüllen können. Dieser Vers lehrt, dass Handlung als Opfer nicht nur für das persönliche Wohlergehen, sondern auch für die allgemeine Ordnung und Harmonie der Welt wichtig ist. Nur wenn Menschen ihre Pflichten selbstlos erfüllen, können sie Wohlstand für sich und die ganze Gesellschaft sicherstellen.
3-11
Die Himmelswesen, die durch Opfergaben erfreut werden, werden auch euch erfreuen, und so wird durch die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Himmelswesen allseitiger Wohlstand herrschen.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna das Prinzip der gegenseitigen Zusammenarbeit und Harmonie zwischen Menschen und göttlichen Wesen. Durch das Verrichten von Opfern und die Ehrung der Gottheiten (die Naturkräfte und kosmische Energien symbolisieren) empfangen die Menschen göttliche Segnungen. Wenn also Menschen die Gottheiten ehren, segnen die Gottheiten sie mit Wohlstand und Glück. Dieses System der gegenseitigen Unterstützung bedeutet, dass Menschen durch das Verrichten selbstloser Opfer und die Aufrechterhaltung der Harmonie mit den Gottheiten die Ordnung und das Gleichgewicht der Welt fördern. Wenn Menschen und Gottheiten zusammenarbeiten, profitieren alle am meisten.
3-12
Als Gegenleistung für die Bereitstellung von Annehmlichkeiten des Lebens werden die Himmelswesen, erfreut durch die Verrichtung von Opfergaben, euch mit allem Notwendigen versorgen. Wer aber diese Gaben genießt, ohne etwas im Gegenzug anzubieten, ist gewiss ein Dieb.
Erklärung: In diesem Vers betont Krishna, dass die göttlichen Wesen die Menschen mit den für das Leben notwendigen Ressourcen (Freuden, Lebensunterhalt) versorgen, wenn sie durch Opfer geehrt werden. Der Mensch muss jedoch selbstlos handeln und einen Teil dieser Ressourcen an die Gottheiten zurückgeben (z. B. durch Opfer oder selbstlose Handlungen). Ein Dieb ist jemand, der weltliche Segnungen genießt, aber der Gesellschaft oder dem göttlichen Prinzip nichts zurückgibt und somit das Gesetz des natürlichen Gleichgewichts verletzt. Das bedeutet, dass, wenn ein Mensch weltliche Segnungen genießt, aber der Gesellschaft oder dem göttlichen Prinzip nichts zurückgibt, er egoistisch handelt und nicht im Einklang mit den Prinzipien der Harmonie lebt.
3-13
Die Verehrer des Herrn befreien sich von allen Sünden, indem sie Nahrung zu sich nehmen, die zuerst geopfert wurde. Andere, die Nahrung für ihr persönliches Sinnenvergnügen zubereiten, essen wahrlich nur Sünde.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass Menschen, die selbstlos leben und nach dem Prinzip des Opfers handeln, von ihren Sünden befreit werden. Diejenigen, die an Opferhandlungen teilnehmen und das essen, was vom Opfer übrig bleibt (was ein selbstloses Leben und das Teilen mit anderen symbolisiert), erlangen spirituelle Reinheit und Freiheit von den Folgen ihrer Handlungen. Im Gegensatz dazu sind diejenigen, die nur für sich selbst leben und Nahrung zubereiten oder Ressourcen nur für ihr eigenes Wohl gewinnen, Sünder, weil sie egoistisch handeln. Auf diese Weise leben sie tatsächlich nur Sünde, was bedeutet, dass ihre Handlungen negatives Handeln fördern und sie an weltliches Leid binden. Dieser Vers lehrt, dass man durch ein selbstloses Leben und das Teilen mit anderen spirituelle Reinheit und inneren Frieden erreichen kann. Diejenigen, die egoistisch handeln, häufen unweigerlich negative Handlungen an, die sie zu spirituellem Leid führen.
3-14
Alle Lebewesen werden von Getreide ernährt, das aus dem Regen entsteht, der durch Opferhandlungen erzeugt wird, und Opferhandlungen entstehen aus der Erfüllung der vorgeschriebenen Pflichten.
Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Handlungen und Natur wichtig ist, um die Ordnung der Welt aufrechtzuerhalten. Diese Ordnung basiert auf dem Kreislauf der Natur, der durch die Erfüllung von Pflichten und das Opfern aufrechterhalten wird. Nur wenn Menschen nach spirituellen Prinzipien leben und ihre Handlungen selbstlos ausführen, wird ein harmonischer Kreislauf gewährleistet, der alle Lebewesen ernährt.
3-15
Die vorgeschriebenen Pflichten werden in den Veden-Schriften beschrieben, und die Veden-Schriften stammen direkt vom Allerhöchsten Herrn. Daher ist die allgegenwärtige Göttliche Gegenwart immer in den Opferhandlungen zu finden.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna weiter das Prinzip der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen Handlung, Opfer und spiritueller Realität. Er weist darauf hin, dass alles Handeln (Tun) aus dem Göttlichen Bewusstsein stammt – dem Allerhöchsten Geist, der die gesamte Existenz durchdringt. Das Göttliche Bewusstsein selbst ist aus dem unsterblichen und ewigen Prinzip entstanden, das keinen Anfang und kein Ende hat. Das Opfer wird hier als ein wichtiges Element des Ausdrucks des Göttlichen Bewusstseins hervorgehoben. Das Göttliche Bewusstsein, das alles durchdringt, ist immer im Opfer präsent und existiert dort. Das bedeutet, dass sich ein Mensch durch die Ausübung von Opfern oder selbstlosen Handlungen mit dem Göttlichen Bewusstsein in Einklang bringt und die kosmische Ordnung aufrechterhält.
3-16
Mein lieber Arjuna, wer im menschlichen Leben diesem in den Veden festgelegten Opferkreislauf nicht folgt, lebt gewiss ein sündhaftes Leben. Indem eine solche Person nur der Sinnesbefriedigung lebt, lebt sie vergeblich.
Erklärung: In diesem Vers warnt Krishna, dass ein Mensch, der die Gesetze der Natur und des Kosmos nicht beachtet und sich nicht an selbstlosen Handlungen oder Opfern beteiligt, ein sinnloses und sündhaftes Leben führt. Der Lebenszyklus beinhaltet Handlungen, die die Harmonie zwischen Mensch und Universum aufrechterhalten, und diese sollten mit einem selbstlosen Geist und Hingabe ausgeführt werden.
3-17
Doch wer Freude in seinem Selbst findet, wessen menschliches Leben auf die Selbstverwirklichung ausgerichtet ist und wer allein mit sich selbst zufrieden ist, völlig zufrieden, hat keine Verpflichtung.
Erklärung: In diesem Vers weist Krishna auf das Erreichen des höchsten spirituellen Zustands hin. Ein Mensch, der mit sich selbst zufrieden ist und dessen Freude aus seinem inneren Zustand kommt, ist autark und nicht mehr von äußeren Umständen oder Handlungen abhängig, um Frieden oder Glück zu erlangen. Ein solcher Mensch muss die vorgeschriebenen Pflichten, die für gewöhnliche Menschen bestimmt sind, nicht mehr erfüllen, da er spirituelle Vollkommenheit erreicht hat.
3-18
Ein selbstverwirklichter Mensch muss kein Ziel verfolgen, indem er seine vorgeschriebenen Pflichten erfüllt, noch hat er einen Grund, solche Arbeit nicht zu tun. Er muss auch nicht von einem anderen Lebewesen abhängig sein.
Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass wahre spirituelle Freiheit entsteht, wenn ein Mensch nicht mehr von den Früchten des Handelns abhängig ist und sich weder an Handlungen noch an andere Menschen klammert, um sein Glück oder seinen Frieden zu erreichen. Diese Freiheit führt zu innerer Unabhängigkeit und spirituellem Gleichgewicht.
3-19
Daher sollte man, ohne an den Früchten der Handlung zu haften, der Pflicht wegen handeln, denn durch Handeln ohne Anhaftung erreicht man den Allerhöchsten.
Erklärung: In diesem Vers fordert Krishna Arjuna und andere auf, dem Prinzip der Handlungs-spirituellen Disziplin zu folgen – ihre Pflichten selbstlos und ohne Anhaftung an die Ergebnisse zu erfüllen. Das bedeutet, dass der Mensch weiterhin handeln und seine Aufgaben erfüllen sollte, er sich aber nicht an die Ergebnisse der Handlungen klammern sollte, weder an gute noch an schlechte. Der Mensch sollte der Pflicht wegen handeln und nicht von persönlichen Wünschen geleitet werden.
3-20
Könige wie Janaka erreichten Vollkommenheit allein durch die Erfüllung der vorgeschriebenen Pflichten. Daher solltest du deine Arbeit verrichten, und sei es nur, um die einfachen Leute zu erziehen.
Erklärung: In diesem Vers gibt Krishna ein Beispiel für solche heiligen Herrscher wie Janaka, die Vollkommenheit nicht durch Passivität oder Verzicht auf Handlungen erreichten, sondern durch Handlungen, die zum Wohle der Gesellschaft ausgeführt wurden. Krishna betont, dass das Ausführen von Handlungen nicht nur für das persönliche spirituelle Wachstum wichtig ist, sondern auch für das Wohl der Welt.
3-21
Was auch immer ein großer Mensch tut, das tun auch andere. Welchen Standard er setzt, dem folgt die ganze Welt.
Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass Menschen, die verantwortungsvolle Positionen innehaben oder Führungskräfte sind, eine Verantwortung für die Gesellschaft tragen, da ihr Handeln bestimmt, wie auch andere handeln werden. Ein Beispiel für gutes Handeln fördert die Harmonie und das Wachstum der Gesellschaft, während ein schlechtes Beispiel negative Folgen für die gesamte Gesellschaft haben kann.
3-22
Oh, Pārtha, in allen drei Planetensystemen gibt es keine Arbeit, die Ich verrichten müsste. Mir fehlt nichts und Ich muss nichts erlangen, dennoch handle Ich, indem Ich die vorgeschriebene Pflicht erfülle.
Erklärung: In diesem Vers weist Krishna darauf hin, dass er als Höchstes Wesen keine Pflichten und keine Ziele in den drei Welten – Himmel, Erde und Unterwelt – hat, die er erreichen müsste. Dennoch führt er weiterhin Handlungen aus, um die Ordnung der Welt aufrechtzuerhalten und ein gutes Beispiel zu geben. Das bedeutet, dass, obwohl spirituelle Vollkommenheit ein Zustand ist, in dem der Mensch nicht mehr von Handlungen abhängig ist, Handeln dennoch notwendig ist, um die Gesellschaft und das Wohl der Welt zu unterstützen.
3-23
Denn wenn ich jemals aufhörte, die vorgeschriebenen Pflichten zu erfüllen, würden, o Pārtha, alle Menschen sicherlich meinem Beispiel folgen.
Erklärung: Krishna betont, dass, obwohl er keine Notwendigkeit hat, zu handeln, er weiterhin handelt, um zu verhindern, dass die Gesellschaft träge oder unverantwortlich wird. Die Macht des Beispiels ist äußerst wichtig, da andere Menschen dazu neigen, dem Beispiel von Führungskräften zu folgen. Wenn Krishna aufhörte zu handeln, könnte dies zu Chaos in der Welt führen, da die Menschen diesem Beispiel folgen und aufhören würden, ihre Pflichten zu erfüllen. Dieser Vers lehrt, dass Verantwortung und Handeln wesentlich sind, selbst wenn eine Person spirituelle Vollkommenheit erreicht hat. Richtiges Handeln und das Vorleben eines Beispiels sind wichtig, um die Ordnung in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten und das allgemeine Wohlergehen zu fördern.
3-24
Wenn ich nicht ins Handeln eingriffe, würden all diese Welten zugrunde gehen. Ich würde unerwünschte Nachkommenschaft hervorbringen und so den Frieden aller Wesen stören.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass, wenn er aufhören würde, seine Pflichten zu erfüllen, dies Chaos und Zusammenbruch in der ganzen Welt verursachen würde. Alle Lebewesen würden vernichtet werden und die Ordnung der Welt wäre bedroht. Krishna betont, dass die Ununterbrochenheit des Handelns wesentlich ist, um die kosmische Ordnung und Harmonie in der Welt zu bewahren.
3-25
Wie die Unwissenden ihre Pflichten mit Anhaftung an die Ergebnisse erfüllen, so sollte der Weise ohne Anhaftung handeln, um die Menschen auf den richtigen Weg zu führen.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna den Unterschied zwischen einem unwissenden und einem weisen Menschen. Unwissende handeln mit Anhaftung an die Handlungen und deren Ergebnisse, weil sie glauben, dass Handlungen der einzige Weg sind, um ihre Ziele zu erreichen. Ein weiser Mensch hingegen ist sich bewusst, dass Handeln an sich ein integraler Bestandteil des Lebens ist, aber er führt seine Handlungen ohne Anhaftung an die Ergebnisse aus. Ein weiser Mensch handelt, um die Ordnung der Welt aufrechtzuerhalten und der Gesellschaft zu helfen, nicht zum persönlichen Vorteil.
3-26
Um die Geister der Unwissenden, die an den Früchten der Handlung haften, nicht zu verwirren, sollte der Weise sie nicht von der Handlung abhalten. Besser ist es, wenn er mit spirituellem Bewusstsein handelt und sie in alle Handlungen einbezieht.
Erklärung: In diesem Vers gibt Krishna weisen Menschen Ratschläge, wie sie mit denen umgehen sollen, die die spirituelle Wahrheit nicht verstanden haben und an materiellen Handlungen haften. Weise Menschen sollten die Unwissenden nicht mit ihrem tiefen spirituellen Wissen verwirren oder verunsichern, da dies zu Unklarheit und Verwirrung führen könnte. Stattdessen sollten sie die Unwissenden ermutigen, ihre Pflichten zu erfüllen, und ein Beispiel geben, indem sie selbstlos und mit Mitgefühl handeln, wodurch sie andere inspirieren, dem spirituellen Weg zu folgen.
3-27
Alle Handlungen werden durch die Einflüsse der Eigenschaften der materiellen Natur vollbracht, aber derjenige, der sich im Egoismus verirrt hat, denkt: 'Ich bin der Handelnde.'
Erklärung: Dieser Vers weist auf die Illusion des Egoismus hin, die den Menschen dazu bringt, sich als den Handelnden zu fühlen, während in Wirklichkeit alles unter dem Einfluss der materiellen Kräfte und der Gesetze des Universums geschieht. Ein spirituell entwickelter Mensch erkennt, dass er nur ein Zeuge ist, und versteht, dass die materielle Natur der wahre Handelnde ist.
3-28
Der Mensch, der die Absolute Wahrheit kennt, o Starkarmiger, beschäftigt sich nicht mit Sinnesbefriedigung, da er den Unterschied zwischen Handeln zur eigenen Befriedigung und Handeln, das der Pflicht gewidmet ist, genau kennt.
Erklärung: Ein Mensch, der die Absolute Wahrheit und das Wesen des Handelns versteht, erkennt, dass Handlungen und Folgen aus den materiellen Eigenschaften (Güte, Leidenschaft und Unwissenheit) entstehen. Daher betrachtet er sich nicht als den Handelnden und bleibt ungebunden an weltliche Handlungen und Ergebnisse. Er sieht, dass Handlungen von selbst aufgrund der materiellen Natur ausgeführt werden, nicht aufgrund seines eigenen Willens. Mahābāho (Großarmiger) ist eine Anrede für Arjuna, die Krishna verwendet, um Arjunas Stärke und Heldentum zu betonen.
3-29
Getäuscht von den Eigenschaften der materiellen Natur, geben sich die Unwissenden ganz materiellen Handlungen hin und haften an ihnen. Obwohl die Pflichten dieser Leute aufgrund ihrer Unwissenheit minderwertig sind, sollte der Weise, der alles weiß, sie nicht stören.
Erklärung: Dieser Vers deutet darauf hin, dass ein weiser Mensch anderen mit Mitgefühl und Demut hilft, aber nicht versucht, ihnen tieferes Wissen aufzuzwingen, wenn sie noch nicht bereit dafür sind. Unwissende leben in ihrer eigenen Wahrnehmung der Welt, in der sie an ihren Handlungen und deren Ergebnissen haften, und wenn ihnen zu früh tiefere Lehren aufgezwungen werden, kann dies zu Verwirrung oder negativen Reaktionen führen.
3-30
Deshalb, o Arjuna, indem du alle deine Werke Mir darbringst, mit vollem Verständnis von Mir, ohne Wunsch nach persönlichem Gewinn, ohne Anspruch auf Eigentum, frei von Lethargie, kämpfe!
Erklärung: Freiheit von Egoismus und Anhaftung ist unerlässlich, damit ein Mensch vollständig handeln kann und dabei sein spirituelles Gleichgewicht bewahrt. Krishna ermutigt Arjuna zu kämpfen und seine Pflicht als Krieger zu erfüllen, aber mit einem Geist, der frei von innerer Unruhe ist, damit er selbstlos und in völliger Ruhe handeln kann, im Wissen, dass er im Rahmen des göttlichen Willens handelt.
3-31
Diejenigen, die ihre Pflichten gemäß Meinen Anweisungen erfüllen und dieser Lehre mit Glauben und ohne Neid folgen, werden von den Fesseln der Handlung befreit.
Erklärung: In diesem Vers weist Krishna darauf hin, dass diejenigen Menschen, die seiner Lehre beständig mit Glauben und ohne Skepsis oder Neid folgen, Befreiung von den Folgen des Handelns erlangen. Er betont, dass Menschen durch die Annahme der Lehre mit einem gläubigen Geist aus dem Kreislauf des Handelns ausbrechen können, der sie an weltliche Handlungen und deren Folgen bindet. Glaube und Vertrauen sind unerlässlich, um sich von den negativen Folgen des Handelns zu befreien.
3-32
Aber diejenigen, die aus Neid diese Meine Anweisungen nicht befolgen und diese Lehre nicht regelmäßig praktizieren, gelten als in allem Wissen getäuscht und zu Leid und einem sinnlosen Leben verurteilt.
Erklärung: Menschen, die Krishnas Lehre nicht erfüllen oder ablehnen, gelten als diejenigen, die ihre Möglichkeiten zur Erlangung spiritueller Freiheit zerstören, da es ihnen an Verständnis für das Wesen des Lebens mangelt. Krishna fordert diese Menschen auf, sich dem Glauben und der spirituellen Disziplin zuzuwenden, da sie durch die Missachtung dieses Weges ihren inneren Frieden und den wahren Sinn des Lebens verlieren.
3-33
Selbst ein weiser Mensch handelt seiner Natur gemäß, denn jedes Lebewesen folgt der Natur, die es von den drei Eigenschaften erhalten hat. Was kann Unterdrückung bringen?
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass selbst wenn ein Mensch spirituelles Wissen besitzt, er immer noch gemäß seiner natürlichen Veranlagung handelt. Die materielle Natur hat bestimmte Eigenschaften, die das Verhalten aller Lebewesen beeinflussen. Krishna betont, dass es sinnlos ist, diese Natur zu unterdrücken oder gegen sie anzukämpfen, da die natürlichen Eigenschaften das menschliche Verhalten immer beeinflussen werden. Anstatt zu versuchen, seine Eigenschaften vollständig zu unterdrücken, sollte der Mensch seine materielle Natur verstehen und versuchen, seine natürlichen Eigenschaften zu nutzen, um Gott zu dienen und das Wohlergehen der Gesellschaft zu fördern. Gemäß seiner Natur bedeutet, dass das Verhalten und die Handlungen eines Menschen von seinen angeborenen Eigenschaften und seiner Persönlichkeit beeinflusst werden, die durch die Struktur seines Geistes und Charakters gebildet werden, wie z. B.: Temperament und Emotionen, Berufswahl, Einstellung zu Herausforderungen, spirituelle Neigungen, soziale Beziehungen, Verantwortung gegenüber Familie und Gesellschaft.
3-34
In der Wechselwirkung von Sinnen und ihren Objekten entstehen Zuneigung und Abneigung, aber der Mensch sollte nicht in ihre Gewalt geraten, denn sie sind Hindernisse auf dem Weg des spirituellen Wachstums.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass die Sinne des Menschen immer zu bestimmten Objekten hingezogen werden, was sowohl Zuneigung als auch Abneigung hervorruft. Diese Reaktionen sind natürlich, doch Krishna warnt davor, dass der Mensch sich von diesen Emotionen nicht beherrschen lassen sollte. Zuneigung und Abneigung sind zwei starke Kräfte, die den Menschen aus dem spirituellen Gleichgewicht bringen und seinen Weg zur Befreiung behindern können. Diese Emotionen müssen überwunden werden, um inneren Frieden und spirituelle Freiheit zu erlangen.
3-35
Es ist besser, seine eigene Pflicht zu erfüllen, auch wenn sie unvollkommen ist, als die Pflicht eines anderen perfekt zu erfüllen. Das Sterben bei der Erfüllung der eigenen Pflicht ist besser; die Pflicht eines anderen ist voller Gefahren.
Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass jeder Mensch seine Lebensaufgabe erfüllen soll, die der individuelle Weg, die Verantwortung oder die Mission jedes Einzelnen ist, die mit seinem Charakter, seinen Fähigkeiten, Talenten, seinem sozialen Status und seinen Lebensumständen übereinstimmt. Es ist ein natürlicher Lebensweg, der dem Menschen hilft, in Harmonie mit sich selbst und der Welt zu leben, indem er die Handlungen ausführt, die seinem natürlichen Wesen und seiner Rolle in der Gesellschaft entsprechen. Auch wenn ein Mensch bei der Erfüllung seiner Pflicht Fehler macht oder sie nicht ideal erfüllt ist, ist es besser, als zu versuchen, eine fremde Pflicht zu erfüllen, die nicht mit seinem eigenen Lebensweg zusammenhängt.
3-36
Arjuna sprach: Oh Nachkomme Vrishnis, wie wird ein Mensch angetrieben, selbst widerwillig sündig zu handeln, als ob er gezwungen würde?
Erklärung: In diesem Vers stellt Arjuna Krishna eine Frage, um zu verstehen, warum ein Mensch, selbst wenn er kein Böses tun oder sündigen will, dennoch oft gezwungen wird, falsche Handlungen zu begehen. Er fragt, was einen Menschen dazu bringt, eine Sünde zu begehen, selbst gegen seinen eigenen Willen, als ob er von einer Kraft außerhalb seiner Kontrolle geleitet würde. Vārshneya ist Arjunas Anrede an Krishna, was bedeutet, dass er aus dem Geschlecht der Vrishnis stammt. Mit dieser Anrede erweist Arjuna Krishna als spirituellem Lehrer Respekt und Vertrauen und fragt ihn mit Ehre und Demut.
3-37
Der Höchste Herr sprach: Oh Arjuna, es ist die Leidenschaft, die aus der Berührung mit der Eigenschaft der Leidenschaft entsteht und sich später in Zorn verwandelt und die der allesverschlingende, sündige Feind der Welt ist.
Erklärung: Verlangen und Zorn sind große Feinde, weil sie Unbeherrschtheit verursachen und den Geistesfrieden zerstören. Sie zehren das innere Gleichgewicht des Menschen auf und veranlassen ihn, Dinge zu tun, die Sünden verursachen. Verlangen ist das, was Leidenschaft und Unruhe verursacht, und wenn Wünsche nicht befriedigt werden, verwandeln sie sich in Zorn, der den inneren Frieden des Menschen stört und zu fehlerhaftem Handeln führt. Diese Wünsche und der Zorn entspringen der Eigenschaft der Leidenschaft, die eine Eigenschaft der materiellen Natur ist, die Unruhe, Leidenschaft und das Verlangen nach Befriedigung erzeugt.
3-38
Wie Feuer von Rauch bedeckt wird, wie ein Spiegel von Staub bedeckt wird, wie die Fruchthülle den Embryo bedeckt, so ist das Lebewesen von verschiedenen Graden dieser Begierde bedeckt.
Erklärung: Wünsche sind das Haupthindernis, das die Klarheit des menschlichen Geistes verdunkelt und ihn daran hindert, die Wahrheit über sich selbst und die Welt zu erkennen. Diese drei Vergleiche deuten auf verschiedene Ebenen des Wunsches hin, die das spirituelle Wachstum des Menschen behindern können. So wie Feuer schließlich durch den Rauch dringen kann, so kann auch der Mensch seine Wünsche durch spirituelle Disziplin und Selbstbeherrschung auflösen, um seine wahre Natur zu enthüllen, die die Unsterblichkeit der Seele und die Einheit mit Gott ist.
3-39
So wird das reine Bewusstsein des Lebewesens von seinem ewigen Feind – der Begierde – bedeckt, die niemals befriedigt werden kann und wie Feuer brennt.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass das Verlangen der ewige Feind des Menschen ist, der sein Wissen und seine Weisheit verdeckt. Das Verlangen verursacht Verdunkelung und hindert den Menschen daran, die Wahrheit zu sehen und in Übereinstimmung mit spirituellem Wissen zu leben. Krishna vergleicht das Verlangen mit einem Feuer, das immer brennt, aber nie befriedigt ist – es will immer mehr. In diesem Vers spricht Krishna Arjuna als Sohn der Kunti an und erinnert ihn an seine edle Herkunft und die Kraft eines Kriegers.
3-40
Die Sinne, der Geist und die Intelligenz sind die Sitze dieser Begierde. Durch sie verdunkelt die Begierde das wahre Wissen und täuscht das verkörperte Wesen.
Erklärung: Die Sinne sind der erste Ort, an dem das Verlangen zu wirken beginnt, da der Mensch die Welt durch Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen genießen will. Von hier aus dringt das Verlangen in den Geist ein und erzeugt Emotionen und Unruhe. Dann beeinflusst es den Intellekt, die Entscheidungsfindungskraft des Menschen, indem es ihn täuscht und vom richtigen Weg abbringt. Wenn das Verlangen das Wissen des Menschen verdeckt, vergisst er sein wahres spirituelles Wesen und wird zum Sklaven materieller Wünsche. Das Verlangen täuscht den Menschen und hindert ihn daran, spirituelle Freiheit und inneren Frieden zu erlangen.
3-41
Deshalb, oh Arjuna, der Beste der Bharatas, beherrsche von Anfang an dieses große Symbol der Sünde, die Begierde, indem du die Sinne zügelst, und töte diesen Zerstörer des Wissens und der Selbstverwirklichung.
Erklärung: In diesem Vers gibt Krishna Arjuna einen Rat, wie er das Verlangen überwinden kann, das das Wissen und das spirituelle Verständnis des Menschen zerstört. Der erste Schritt, den der Mensch tun kann, ist die Kontrolle seiner Sinne. Die Sinne sind es, durch die Wünsche in den Geist des Menschen eindringen und ihn gefangen nehmen. Durch die Kontrolle der Sinne kann der Mensch den Einfluss der Wünsche einschränken. In diesem Vers spricht Krishna Arjuna als den besten Nachkommen Bharatas an und ehrt ihn für seine edle Herkunft und Stärke. Dies dient als Erinnerung daran, dass Arjuna die spirituelle Kraft und Verantwortung hat, den Einfluss der Wünsche zu überwinden.
3-42
Die Arbeitssinne sind der Materie überlegen, der Geist ist den Sinnen überlegen, die Intelligenz ist noch höher als der Geist, und er (die Seele) ist sogar höher als die Intelligenz.
Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna die innere Hierarchie des Menschen. Er weist darauf hin, dass es mehrere Ebenen gibt, die das Verhalten und die Wahrnehmung des Menschen regulieren, und dass diese Ebenen eine hierarchische Ordnung bilden. Dieser Vers lehrt über die innere Struktur des Menschen und darüber, dass die Seele das höchste Wesen des Menschen ist, das über den Sinnen, dem Geist und dem Intellekt steht. Um inneren Frieden und spirituelle Freiheit zu erlangen, muss der Mensch diese niederen Ebenen kontrollieren und das Bewusstsein der Seele erreichen.
3-43
Daher muss man, o Starkarmiger Arjuna, da man weiß, dass die Seele transzendent zu den materiellen Sinnen, dem Verstand und der Vernunft ist, den Geist mit spiritueller, unbeirrbarer Vernunft beruhigen und die Lust, diesen unüberwindlichen Feind, besiegen.
Erklärung: In diesem Vers schließt Krishna seine Lehre über Wünsche und deren Auswirkungen auf den Menschen ab. Er weist darauf hin, dass der Mensch, um Wünsche zu überwinden, zunächst verstehen muss, dass die Seele höher ist als Intellekt und Verstand. Nur wenn der Mensch seine wahre spirituelle Natur erkennt, kann er den Verstand nutzen, um sich selbst zu kontrollieren und den Wunsch zu überwinden. Hier spricht Krishna Arjuna als den Starkarmigen an, was ein Lob für seine körperliche Stärke und Tapferkeit ist. In diesem Zusammenhang deutet die Anrede jedoch auf Arjunas spirituelle Stärke hin – er hat nicht nur die Kraft, physisch zu kämpfen, sondern auch die innere Stärke, die notwendig ist, um den Wunsch zu besiegen, der der größte innere Feind des Menschen ist.
-1- -2- -3- -4- -5- -6- -7- -8- -9- -10- -11- -12- -13- -14- -15- -16- -17- -18-