-1-   -2-   -3-   -4-   -5-   -6-   -7-   -8-   -9-   -10-   -11-   -12-   -13-   -14-   -15-   -16-   -17-   -18-

8-1

Arjuna fragte: O Herr, o Höchster, was ist das göttliche Bewusstsein? Was ist die Seele? Was sind fruchtbare Handlungen? Was ist diese materielle Manifestation? Und was sind die himmlischen Wesen? Bitte erkläre mir das.

Erklärung: In diesem Vers stellt Arjuna Krishna mehrere Fragen, um die tiefere Bedeutung der spirituellen und materiellen Realität zu verstehen. Er möchte verschiedene Konzepte im Zusammenhang mit dem göttlichen Bewusstsein (Brahman), dem Körper (die Seele, hier als das Selbstbewusste), fruchtbaren Handlungen (Karma), der materiellen Manifestation und den Göttern verstehen. Arjuna spricht Krishna als Purushottama (höchster Mensch oder Gott) an und weist damit auf Krishnas höchste Weisheit und sein Verständnis des Lebens hin.

8-2

Wie weilt in diesem Körper der Herr der Opfer, und in welchem Teil des Körpers, o Madhusūdana? Und wie können diejenigen, die sich dem hingebungsvollen Dienen widmen, Dich zum Zeitpunkt des Todes erkennen?

Erklärung: In diesem Vers setzt Arjuna seine Fragen an Krishna fort und sucht nach Erklärungen zu verschiedenen spirituellen Konzepten. Er möchte wissen, was das ursprüngliche Opfer (das Überopfer) ist und wie es im Körper existiert. Er fragt auch, wie Gott im Moment des Todes von denen erkannt werden kann, die ihren Geist und ihre Seele kontrollieren konnten. Arjuna spricht Krishna als Madhusūdana an und weist auf Seine Fähigkeit hin, Hindernisse zu beseitigen, die der spirituellen Erkenntnis im Wege stehen.

8-3

Der Höchste Herr sprach: Das unzerstörbare, transzendentale Lebewesen wird als göttliches Bewusstsein bezeichnet, und seine ewige Natur wird Seele genannt. Die Handlung, die die Entstehung der materiellen Körper der verkörperten Wesen bestimmt, wird Handlung oder fruchtbringende Handlungen genannt.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna mehrere spirituelle Konzepte. Er definiert das göttliche Bewusstsein, die Überseele (das Wesen der Seele) und die Handlung, um Arjuna zu helfen, die Prinzipien des Lebens und ihre Funktionsweise im Universum zu verstehen. • Das Unzerstörliche ist das höchste göttliche Bewusstsein – Das göttliche Bewusstsein ist das unveränderliche, ewige und unzerstörbare Wesen. Es ist das höchste Prinzip, das außerhalb von Zeit und Raum existiert und die materielle Welt transzendiert. • Die Besonderheit wird Überseele genannt – Das Wesen der Seele ist die innere Besonderheit des Menschen, seine spirituelle Natur. Es bezieht sich auf die menschliche Seele und ihre Verbindung zum göttlichen Bewusstsein. • Schöpferisches Handeln wird Handlung genannt – Handlung ist das Handeln, das Leben im Universum erschafft und erhält. Es ist der Ausdruck der schöpferischen Kraft, die Lebewesen und Prozesse in der materiellen Welt hervorbringt. Dieser Vers betont die grundlegenden Elemente des Lebens – das göttliche Bewusstsein, das die ewige spirituelle Realität ist, die Überseele, die sich auf die Natur der menschlichen Seele bezieht, und die Handlung, die die Handlungen und Lebensprozesse reguliert.

8-4

O Bester der verkörperten Wesen, die physische Natur, die sich ständig verändert, wird die materielle Welt genannt. Die Form des Universums, die alle Götter wie Sonne und Mond umfasst, wird göttlich genannt. Und Ich, als die Höchste Seele, die im Herzen jedes verkörperten Wesens wohnt, bin der Herr der Opfer. Diese göttliche Form umfasst alle beweglichen und unbeweglichen Wesen.

Erklärung: In diesem Vers gibt Krishna Arjuna Erklärungen zu den Manifestationen der materiellen und göttlichen Welt sowie zu Seiner eigenen Rolle als Herr der Opfer. Er beschreibt die physische Natur als sich ständig verändernd, aber die spirituelle Natur als ewig und unveränderlich. • Die Grundlage der materiellen Welt ist der vergängliche bzw. veränderliche Zustand: Diese materielle Welt unterliegt ständigen Veränderungen und der Zerstörung. • Die spirituelle Regierungsgewalt: Der höchste Geist bzw. die Himmelsgottheit, die das Universum regiert. Es ist das kosmische Wesen oder das göttliche Bewusstsein, das über der materiellen Welt steht. • Das Prinzip des Opfers: Der Vers betont, dass Krishna selbst die höchste Opferkraft ist, die das spirituelle Wesen des Opfers und seine Verbindung zum göttlichen Bewusstsein symbolisiert. Dieser Vers betont, dass es im Universum drei wichtige Prinzipien gibt – die materielle Welt, die spirituelle Regierungsgewalt und das Prinzip des Opfers, das mit dem göttlichen Bewusstsein verbunden ist.

8-5

Und wer am Ende seines Lebens, beim Verlassen des Körpers, sich nur an Mich erinnert, erreicht sogleich Meinen Zustand. Daran gibt es keinen Zweifel.

Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass es wichtig ist, sich während des gesamten Lebens, insbesondere im Moment des Todes, spirituell vorzubereiten, um das göttliche Bewusstsein zu erreichen. Wenn ein Mensch den Körper verlässt, sollte er sich an Krishna erinnern. Ein Mensch, der sich im Moment des Todes auf Gott konzentriert, erlangt Befreiung vom Kreislauf von Geburt und Tod und erreicht die Einheit mit dem Göttlichen.

8-6

An welchen Zustand des Seins sich ein Mensch erinnert, wenn er den Körper verlässt, o Sohn der Kuntī, diesen Zustand wird er sicherlich erreichen.

Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass es wichtig ist, spirituell bewusst zu leben und seinen Geist zu entwickeln, damit das Bewusstsein eines Menschen im Moment des Todes auf Gott gerichtet ist. Gedanken und Handlungen während des gesamten Lebens spielen eine entscheidende Rolle, um spirituelle Befreiung und ewige Einheit mit dem Göttlichen zu gewährleisten. Krishna spricht Arjuna als Sohn der Kuntī an und weist darauf hin, dass der Geisteszustand eines Menschen im Moment des Todes entscheidend ist. Er bestimmt seine zukünftige Existenz.

8-7

Deshalb, Arjuna, solltest du immer an Mich denken und gleichzeitig deine vorgeschriebene Pflicht als Krieger erfüllen. Indem du deine Handlungen Mir widmest und deinen Geist und deine Vernunft Mir zuwendest, wirst du Mich ohne Zweifel erreichen.

Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass es für die Erreichung spiritueller Vollkommenheit wichtig ist, nicht nur über Gott nachzudenken oder ihn zu betrachten, sondern auch seine Pflichten zu erfüllen. Das spirituelle Bewusstsein sollte in den Alltag integriert werden, und wenn ein Mensch seinen Geist und seinen Intellekt Gott widmet, erreicht er sicherlich das göttliche Bewusstsein.

8-8

Wer Mich als die Höchste Persönlichkeit Gottes betrachtet, dessen Geist ständig auf das Erinnern gerichtet ist, ohne vom Weg abzuweichen, o Pārtha, der kommt sicherlich zu Mir.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass die ständige Praxis spiritueller Disziplin und die Konzentration auf das Göttliche es einem Menschen ermöglichen, das höchste Wesen – Gott – zu erreichen. Ständiges Nachdenken über das Göttliche und ein disziplinierter Geist führen zu spiritueller Vollkommenheit und zur Erreichung Gottes. • Mit einem Geist, der der unermüdlichen Praxis spiritueller Disziplin gewidmet ist – Ein Geist, der einer ständigen und unaufhörlichen Praxis spiritueller Disziplin zugewandt ist, wird diszipliniert und kann sich ohne Ablenkung dem Göttlichen zuwenden. Diese Praxis ist eine Form spiritueller Konzentration, die dem Menschen hilft, sich mit Gott zu verbinden. • Wird nicht abgelenkt – Hier wird darauf hingewiesen, dass der Geist ständig auf Gott gerichtet sein muss, ohne sich materiellen Dingen oder anderen Gedanken zuzuwenden. Das bedeutet, dass der Geist mit dem Göttlichen vereint bleibt. • Erreicht das höchste, göttliche Wesen – Wenn sich ein Mensch auf das Göttliche konzentriert und unaufhörlich spirituelle Disziplin praktiziert, erreicht er das höchste Wesen, das Gott oder das göttliche Bewusstsein ist. Diese Einheit mit Gott ist das spirituelle Ziel des Menschen. • Indem man unaufhörlich darüber nachdenkt – Unaufhörliches Nachdenken und Kontemplation über Gott ist die wichtigste Praxis, die zu spiritueller Erleuchtung und zur Erreichung Gottes führt.

8-9

Man sollte die Höchste Person als den Allwissenden, als den Ältesten, als den Kontrolleur, als den Kleinsten, als den Erhalter von allem betrachten, als den, dessen Form nicht materiell ist, als die Sonne – strahlend, als transzendental, jenseits dieser materiellen Natur.

Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna das göttliche Wesen und seine Eigenschaften, die der Mensch betrachten und sich merken sollte, um spirituelle Befreiung zu erlangen. Er weist auf die immense Macht und die feine und unbegreifliche Natur des göttlichen Wesens hin, das jenseits der materiellen Welt und der Dunkelheit liegt. • Uralt, allwissend – Gott ist ewig und allwissend, kennt alle Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er ist der Weise, der das Universum regiert. • Herrscher über alles – Er ist der Herrscher des Universums, der alle Ereignisse und Wesen lenkt und kontrolliert. Seine Macht umfasst die ganze Welt. • Unaussprechlich klein – Krishna weist darauf hin, dass Gott nicht nur groß und mächtig, sondern auch kleiner als das Kleinste ist und in die feinsten Aspekte des Seins eindringen kann. • Erhalter von allem – Gott ist derjenige, der die gesamte erschaffene Welt erhält und unterstützt und die Fortsetzung des Lebens und der Existenz sichert. • Unbegreiflich in seiner Form – Die wahre Form Gottes ist für unseren Verstand unbegreiflich. Er transzendiert alles, was der Mensch sich vorstellen oder verstehen kann. • Strahlend wie die Sonne – Der Glanz Gottes ist mit der Sonne vergleichbar – Er ist Licht und strahlendes Bewusstsein, das die Dunkelheit vertreibt. • Jenseits der Dunkelheit – Gott befindet sich jenseits der Dunkelheit – sowohl der Unwissenheit der materiellen Welt als auch der spirituellen Dunkelheit. Er ist das Licht, das zur spirituellen Erleuchtung führt. Dieser Vers lehrt, dass ein Mensch spirituelle Vollkommenheit und göttliches Bewusstsein erreichen kann, wenn er sich auf die Eigenschaften Gottes konzentriert und unaufhörlich über Ihn nachdenkt. Gott ist sowohl immens und mächtig als auch fein und unbegreiflich, und Sein Licht befindet sich jenseits aller materiellen Dunkelheit.

8-10

Wer im Moment des Todes seinen Lebensatem zwischen die Augenbrauen erhebt und sich mit der Kraft spiritueller Disziplin, mit völliger Hingabe, an den Allerhöchsten Herrn erinnert, wird sicherlich die Höchste Persönlichkeit Gottes erreichen.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, wie ein Mensch im Moment des Todes das göttliche Wesen erreichen kann, wenn er bewusst, spirituell stark und gläubig ist. Diese Beschreibung erklärt eine korrekte Kontemplationstechnik, die zur spirituellen Befreiung führt. Diese Kontemplationstechnik hilft, die Lebenskraft zu konzentrieren und den höchsten Bewusstseinszustand zu erreichen, und zwar mit völligem Vertrauen, um die Höchste Persönlichkeit Gottes zu erreichen. • Im Moment des Todes mit unerschütterlichem Geist – Im Moment des Todes, wenn ein Mensch dem Ende seines Lebens nahe ist, muss der Geist unerschütterlich und stabil sein. Dies deutet auf eine vollständige Konzentration des Geistes auf das Göttliche hin. • Mit Vertrauen und der Kraft spiritueller Disziplin – Vertrauen bzw. Hingabe und die Kraft spiritueller Disziplin sind notwendig, damit der Geist konzentriert und mit dem Göttlichen verbunden ist. Hier wird betont, dass sowohl die spirituelle Praxis als auch die Kraft spiritueller Disziplin helfen, Gott zu erreichen. • Die Lebenskraft zwischen den Augenbrauen platzieren – Im Prozess der Kontemplation sollte der Mensch seine Lebenskraft zwischen den Augenbrauen konzentrieren, dem sogenannten dritten Auge, einem Ort, der mit höherem Bewusstsein und spiritueller Vision verbunden ist. • Erreicht jenes höchste, göttliche Wesen – Durch diese Kontemplationstechnik und Konzentration erreicht der Mensch das höchste göttliche Wesen, das jenseits der materiellen Welt liegt und mit dem göttlichen Bewusstsein verbunden ist.

8-11

Die Gelehrten, die die Veden kennen, die Om sprechen und die großen Weisen, die ein Leben der Entsagung führen, gehen in den Zustand des göttlichen Bewusstseins ein. Um eine solche Vollkommenheit zu erreichen, befolgt man das Gelübde der Keuschheit. Nun werde ich dir kurz diesen Prozess erklären, mit dessen Hilfe man die Erlösung erreichen kann.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna das Ziel spiritueller Vollkommenheit – das göttliche Wesen, das unveränderlich und ewig ist. Es wird in den Veden beschrieben, von Asketen erreicht, die sich von weltlichen Anhänglichkeiten befreit haben, und von denen, die der spirituellen Disziplin mit dem Ziel folgen, den höchsten Zustand zu erreichen. Krishna weist in diesem Vers darauf hin, dass Er diesen Prozess, mit dessen Hilfe man die Erlösung erreichen kann, in Kürze erklären wird.

8-12

Der Zustand der spirituellen Disziplin ist die Loslösung von jeglicher Sinnesaktivität. Indem man alle Sinnespforten verschließt, den Geist auf das Herz richtet und den Lebensatem zum Scheitel des Kopfes erhebt, festigt man sich in der spirituellen Disziplin.

Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die Technik, spirituelle Disziplin zu praktizieren, um spirituelle Befreiung zu erlangen. Diese Praxis der spirituellen Disziplin beinhaltet die Kontrolle der Sinne, die Konzentration des Geistes auf das Herz und die Lenkung der Lebenskraft zum Scheitel des Kopfes. Das Ziel dieser Technik ist es, den göttlichen Zustand zu erreichen, indem sie hilft, sich von jeglicher Sinnesaktivität zu befreien und den Geist auf das spirituelle Ziel zu konzentrieren. • Alle Sinnespforten verschließen – Um die höchste spirituelle Disziplin zu praktizieren, ist es notwendig, die Sinne zu kontrollieren und alle Sinneskanäle zu verschließen – Ohren, Augen, Mund usw. Dies hilft dem Geist, sich nicht an die Außenwelt zu klammern und die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken. • Den Geist im Herzen konzentrieren – Der Geist muss im Herzen konzentriert werden, das das spirituelle Bewusstsein und den inneren Frieden symbolisiert. Dies ist eine Meditationstechnik, die hilft, sich der Seele zuzuwenden und sich von äußeren Störungen zu befreien. • Die Lebenskraft im Scheitel des Kopfes platzieren – Die Lebenskraft wird erhoben und im Scheitel des Kopfes konzentriert, der der Verbindungspunkt zum höchsten Bewusstsein ist. Dies ist eine wesentliche Technik der spirituellen Disziplin, um sich mit dem Göttlichen zu verbinden. • Sich fest im Zustand der spirituellen Disziplin verankern – Wenn sich ein Mensch fest im Zustand der Konzentration der spirituellen Disziplin verankert, ist er in der Lage, seinen Geist und seine Lebenskraft zu kontrollieren und spirituelles Bewusstsein zu erlangen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um das Göttliche zu erreichen. Dieser Vers beschreibt die physische und spirituelle Praxis, die es ermöglicht, sich auf Gott zu konzentrieren und spirituelle Erleuchtung zu erlangen. Die Kontrolle der Sinne, die Konzentration des Geistes und die Lenkung des Atems sind die Hauptbestandteile der spirituellen Disziplin, die zur spirituellen Vollkommenheit führen.

8-13

Wenn ein Mensch, der sich in diesem Zustand der spirituellen Disziplin befindet und die heilige Silbe, die höchste Verbindung der Klänge, rezitiert, über die Höchste Persönlichkeit Gottes nachdenkt und den Körper verlässt, wird er sicherlich die spirituellen Planeten erreichen.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, wie ein Mensch nach dem Tod das höchste Ziel erreichen kann, wenn er beim Verlassen des Körpers die heilige Silbe 'Om' ausspricht und sich an Gott erinnert. Die Silbe 'Om' ist ein kraftvolles spirituelles Symbol, das das göttliche Bewusstsein bzw. die höchste spirituelle Realität repräsentiert, und indem man diese Silbe ausspricht und sich an Gott erinnert, kann man die spirituellen Planeten erreichen.

8-14

Demjenigen, der unaufhörlich und einzig und allein an Mich denkt, o Partha (Arjuna), bin Ich für diesen Praktizierenden der spirituellen Disziplin, der ständig mit Mir vereint ist, leicht zu erreichen.

Erklärung: In diesem Vers weist Krishna darauf hin, dass diejenigen, die sich unaufhörlich und einzig und allein auf Ihn konzentrieren, leicht das göttliche Bewusstsein und die Einheit mit Gott erreichen können. Für Arjuna, der ständig mit Gott vereint ist, ist es leicht, Ihn zu erreichen. Das ständige Nachdenken über Gott ist die Hauptbedingung, um das spirituelle Ziel zu erreichen.

8-15

Nachdem sie Mich erreicht haben, kehren die großen Seelen, die Praktizierenden der spirituellen Disziplin, die hingebungsvoll sind, niemals mehr in diese leidvolle, weltliche Welt zurück, denn sie haben die höchste Vollkommenheit erreicht.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass diejenigen, die das göttliche Bewusstsein erreichen, sich vom Kreislauf der Wiedergeburt befreien und nicht mehr unter den Leiden dieser materiellen Welt und ihrer Vergänglichkeit leiden. Sie erlangen ewige Befreiung und spirituelle Vollkommenheit.

8-16

Angefangen vom höchsten Planeten in der materiellen Welt bis hin zum niedrigsten sind alle Orte voller Leid, an denen wiederholte Geburt und Tod stattfinden. Aber derjenige, der Meine Wohnstätte erreicht, o Sohn der Kunti, wird niemals wiedergeboren.

Erklärung: In diesem Vers weist Krishna darauf hin, dass alle Ebenen der materiellen Welt, selbst bis zu den höchsten Planeten, wo der Obersoul wohnt, dem Kreislauf von Geburt und Tod unterliegen. Alle Planeten sind Orte voller Leid. Diejenigen jedoch, die Gott erreichen, werden von diesem Kreislauf befreit und erleben keine Wiedergeburt mehr.

8-17

Nach der Berechnung der Menschenzeit bilden tausend Zeitalter zusammen einen Tag des Schöpfers. Und ebenso lang ist Seine Nacht.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna die kosmischen Zyklen, die sich auf die Tage und Nächte des Obersouls beziehen, und weist darauf hin, dass diejenigen, die diese gigantischen Zeitmaße verstehen, weise sind und die zyklische Natur des Universums erfassen können, indem sie verstehen, dass alle materiellen Welten der Schöpfung und Zerstörung unterliegen.

8-18

Wenn der Tag anbricht, manifestieren sich alle Lebewesen aus dem unmanifestierten Zustand, und wenn die Nacht hereinbricht, verschmelzen sie wieder mit dem Unmanifestierten.

Erklärung: In diesem Vers lehrt Krishna über den Schöpfungs- und Zerstörungszyklus des Universums. Alle Lebewesen und Formen entstehen zu Beginn der Schöpfung aus dem unmanifestierten Zustand und kehren zur Zeit der Zerstörung in diesen unmanifestierten Zustand zurück. • Aus dem Unmanifestierten entstehen die manifestierten Wesen – Alle Wesen und Dinge, die sichtbar sind, entstehen aus dem Unmanifestierten bzw. dem ursprünglichen Zustand, der nicht materiell wahrnehmbar ist. Dies ist die Quelle, aus der alles entsteht. • Zur Zeit der Schöpfung, wenn der Tag anbricht – Wenn der Tag des Obersouls anbricht, beginnt der Schöpfungszyklus, und alle Wesen werden wiedergeboren und entstehen aus dem unmanifestierten Zustand. • Vergeht und verschmilzt während der Nacht mit dem Unmanifestierten – Wenn die Nacht des Obersouls anbricht, verschmilzt alles, was geschaffen und manifestiert wurde, wieder mit dem unmanifestierten Zustand. Dies deutet auf die zyklische Natur des Universums hin, in der alles Existierende nach bestimmten Zeitzyklen erschaffen und zerstört wird. • Was als das Unmanifestierte bezeichnet wird – Das Unmanifestierte ist ein Zustand, in dem das Universum in einer unsichtbaren und inaktiven Form existiert. Es ist die Quelle, aus der alles entsteht und in die alles zurückkehrt.

8-19

Immer wieder, wenn der Tag anbricht, werden alle Lebewesen manifestiert, und wenn die Nacht hereinbricht, vergehen sie hilflos.

Erklärung: In diesem Vers beschreibt Krishna die zyklische Natur des Universums, in der alle Lebewesen gemäß dem Tag und der Nacht des Obersouls immer wieder Schöpfung und Zerstörung erfahren. Dieser Prozess findet ohne die freie Wahl der Wesen statt. Krishna spricht Arjuna als Partha an und weist darauf hin, dass die Erschaffung und Zerstörung von Lebewesen automatisch und gemäß den kosmischen Zyklen erfolgt und nicht nach dem Willen der Wesen selbst.

8-20

Doch es gibt noch ein anderes, ewiges, unmanifestiertes Wesen, das dieses Unmanifestierte übersteigt, und wenn alle Wesen vergehen, vergeht es nicht. Dieses Wesen ist transzendent und befindet sich jenseits der Grenzen der Materie.

Erklärung: In diesem Vers weist Krishna auf das ewige Wesen hin, das über dem materiellen Universum steht und unverändert bleibt, selbst wenn alles Materielle zerstört wird. Dieses Wesen ist unmanifestiert, aber es ist ewig und vergeht nicht, selbst wenn alle Wesen und Welten vergehen.

8-21

Das, was die Kenner der Veden als das Unmanifestierte und Unvergängliche bezeichnen, das das höchste Ziel ist, aus dem man nach seiner Erreichung nicht zurückkehrt – das ist Meine höchste Wohnstätte.

Erklärung: In diesem Vers weist Krishna auf den göttlichen Zustand hin, der unmanifestiert, ewig ist und als das höchste Ziel bezeichnet wird. Diese Wohnstätte Gottes ist ein Ort, den man nach seiner Erreichung vom Kreislauf von Geburt und Tod befreit und nicht mehr in die materielle Welt zurückkehrt. Diese Wohnstätte ist das höchste Ziel, nach dessen Erreichung man nicht mehr zurückkehrt.

8-22

Die höchste Persönlichkeit Gottes, die größer ist als alle, kann durch ungeteilten hingebungsvollen Dienst erreicht werden. Obwohl Er sich immer in Seinem Wohnort befindet, ist Er allgegenwärtig, und alles befindet sich in Ihm.

Erklärung: In diesem Vers weist Krishna darauf hin, dass das höchste göttliche Wesen nur durch ungeteilte und absolute Hingabe erreicht werden kann. Dies ist der höchste spirituelle Weg, und Er ist sowohl die Zuflucht aller Wesen als auch die alles durchdringende Energie des Universums. Krishna spricht Arjuna als Pārtha an und weist darauf hin, dass eine einheitliche und ungeteilte Hingabe erforderlich ist, um den höchsten Purusha zu erreichen und Seine universelle Natur zu verstehen.

8-23

O Bester der Bhāratas, nun werde Ich dir die verschiedenen Zeiten erklären, zu denen ein Praktizierender spiritueller Disziplin beim Verlassen dieser Welt zurückkehrt oder nicht zurückkehrt. Diese zwei Wege sind der Weg des Lichts und der Weg der Dunkelheit.

Erklärung: In diesem Vers beginnt Krishna zu erklären, dass es für Praktizierende spiritueller Disziplin mit tiefer spiritueller Praxis zwei verschiedene Wege gibt, abhängig von der Zeit, zu der sie ihren physischen Körper verlassen. Diese zwei Wege bestimmen, ob sie in die Welt zurückkehren und wiedergeboren werden oder ob sie vom Kreislauf von Geburt und Tod befreit sind und nicht zurückkehren. Anrede als der Große der Bharata-Dynastie – Krishna spricht Arjuna respektvoll an und betont seine Zugehörigkeit zur großen Bharata-Dynastie, was auf Arjunas spirituelle Stärke und Verantwortung hinweist.

8-24

Diejenigen, die das Höchste Allbewusstsein verwirklichen, erreichen das Höchste, indem sie die Welt unter dem Einfluss von Feuer und Licht verlassen, zu einem günstigen Zeitpunkt des Tages, in der hellen vierzehntägigen Periode des Mondes, in den sechs Monaten, in denen die Sonne nach Norden wandert.

Erklärung: In diesem Vers weist Krishna auf einen der Wege hin, der zur Befreiung und Einheit mit dem göttlichen Bewusstsein führt. Er erklärt, dass Praktizierende spiritueller Disziplin, die diese Welt zu einer bestimmten Zeit verlassen, das höchste spirituelle Ziel erreichen – das göttliche Bewusstsein. • Feuer, Licht, Tag, strahlende Hälfte des Monats – Diese Symbole deuten auf Glanz und Licht hin, die als günstige Umstände für das Verlassen dieser Welt gelten. Sie symbolisieren positive spirituelle Wege, die zur Erreichung des göttlichen Bewusstseins führen. • Sechs Monate, in denen die Sonne nach Norden aufsteigt – Dies ist der Zeitraum, in dem sich die Sonne von der Wintersonnenwende zur Sommersonnenwende nach Norden bewegt. Gemäß den Veden ist dieser Zeitraum für diejenigen günstig, die die Befreiung erreichen wollen. • Diejenigen, die zu dieser Zeit gehen – Diejenigen, die in dieser günstigen Zeit sterben, gelangen auf den Weg, der zum göttlichen Bewusstsein führt. Dies symbolisiert positives Handeln und einen günstigen Bewusstseinszustand zum Zeitpunkt des Abschieds. • Das göttliche Bewusstsein erreichen – Diese Praktizierenden spiritueller Disziplin erreichen das göttliche Bewusstsein, das höchste spirituelle Ziel und die Einheit mit der absoluten Realität. Sie befreien sich vom Kreislauf von Geburt und Tod.

8-25

Ein Praktizierender spiritueller Disziplin, der diese Welt in Rauch, in der Nacht, in der dunklen vierzehntägigen Periode des Mondes, in den sechs Monaten, in denen die Sonne nach Süden wandert, verlässt, erreicht den Mondplaneten, kehrt aber danach wieder zurück.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna einen anderen Weg, der zu einem vorübergehenden Zustand führt, aber nicht zur endgültigen Befreiung. Er hängt mit der Zeit zusammen, zu der ein Mensch die Welt unter bestimmten Umständen verlässt, die nicht so günstig sind wie die im vorherigen Vers genannten. Dieser Weg ist nicht die endgültige Befreiung, sondern ein vorübergehender Zustand, nach dem die Seele wieder zur Erde zurückkehrt. • Rauch, Nacht, dunkle Hälfte des Monats – Diese Symbole deuten auf dunkle Umstände hin, die für die spirituelle Befreiung nicht so günstig sind. Die Nacht und die dunkle Hälfte des Monats, wenn sich die Sonne nach Süden bewegt, deuten auf eine weniger günstige Zeit für das Verlassen dieser Welt hin. • Wenn die Sonne nach Süden wandert – Dies ist der Zeitraum von der Sommersonnenwende bis zur Wintersonnenwende, der gemäß der vedischen Tradition als weniger günstig für das Erreichen der Befreiung gilt. • Das Mondlicht erreichen – Diejenigen, die zu dieser Zeit gehen, erreichen das Mondlicht, das einen Zwischenzustand symbolisiert, in dem sie die Früchte ihrer guten Taten genießen, aber es ist nicht die endgültige Befreiung. • Zurückkehren in die Welt – Nach Erreichen des Mondlichts kehren diese Praktizierenden spiritueller Disziplin wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod zurück, da sie sich nicht vollständig vom Kreislauf von Geburt und Tod befreit haben. Sie genießen eine vorübergehende spirituelle Belohnung, kehren aber in die Welt zurück.

8-26

Gemäß der vedischen Lehre gibt es zwei Wege, auf denen man diese Welt verlassen kann – einen Weg des Lichts und einen Weg der Dunkelheit. Wer den Weg des Lichts geht, kehrt nicht mehr zurück, aber wer den Weg der Dunkelheit geht, kehrt wieder zurück.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna zwei Wege, denen Praktizierende spiritueller Disziplin nach dem Tod folgen können. Diese Wege sind symbolisch und repräsentieren verschiedene Stufen der spirituellen Entwicklung. Es sind der Weg des Lichts und der Weg der Dunkelheit, die bestimmen, ob die Seele die Befreiung erreicht oder in den Kreislauf von Geburt und Tod zurückkehrt.

8-27

Oh Arjuna, obwohl Praktizierende spiritueller Disziplin diese zwei Wege kennen, sind sie niemals verwirrt. Deshalb festige dich immer in der spirituellen Disziplin.

Erklärung: In diesem Vers erklärt Krishna, dass diejenigen, die die zwei ewigen Wege verstehen – den Weg des Lichts und den Weg der Dunkelheit, wie in den vorherigen Versen beschrieben –, in der Lage sind, sich ohne Täuschung oder Verwirrung auf dem Lebensweg zu bewegen. Diese zwei Wege bestimmen, ob ein Mensch die Befreiung erreicht oder in den Kreislauf von Geburt und Tod zurückkehrt. Krishna spricht Arjuna als Pārtha an und erinnert ihn daran, dass er Verwirrung vermeiden kann, wenn er diese Wege versteht und spirituelle Disziplin praktiziert.

8-28

Ein Mensch, der den Weg des hingebungsvollen Dienstes angenommen hat, verliert nicht die Ergebnisse, die er aus dem Studium der Veden, den Bußen, dem Spenden von Gaben sowie dem Ausführen philosophischer und fruchtbarer Handlungen erzielt. Allein durch hingebungsvollen Dienst erreicht er dies alles und gelangt am Ende zum höchsten ewigen Wohnort.

Erklärung: Dieser Vers lehrt, dass spirituelle Vollkommenheit erreicht wird, indem man die materiellen Ergebnisse guter Taten überwindet und sein Leben dem göttlichen Bewusstsein widmet. Ein Praktizierender spiritueller Disziplin, der versteht, dass selbst die Segnungen aus den Veden und Ritualen nur ein Teil des Weges sind, der zum höchsten Ziel führt – Befreiung und Einheit mit dem Göttlichen.

-1-   -2-   -3-   -4-   -5-   -6-   -7-   -8-   -9-   -10-   -11-   -12-   -13-   -14-   -15-   -16-   -17-   -18-